Urlaub für die ganze Familie
Ratsmann Peter Hamkens und Frau Dorothea Catharina Hamkens
Ratsmann Peter Hamkens und Frau Dorothea Catharina Hamkens

Familie Richardsen

Seit Mai 2017 führen Kai-Gonne Richardsen und Melanie Huber den Hamkenshof. Sie setzen damit in elfter Generation die über 300 Jahre alte Familiengeschichte des traditionsreichen Haubargs in Tating fort.

So begann es:

1694 heiratete Nikolai Johann Hamkens die Witwe Ponke Jacobs (geb. Gonnens) und gab dem Hof seinen Namen. An das ehemals friesische Langhaus wurde durch mehrere Umbauten schließlich noch ein Haubarg angesetzt. In dieser Form ist das einzigartig. Ebenso wie die untypische Nord- Südausrichtung des Firstes vom Haubarg. Die Anbauten erfolgten im Auftrag des Sohnes, Deichgraf Peter-Gonne Hamkens.

Bis zum Ende der Fünfzigerjahre wurde der Hamkenshof vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Zuerst lag das Schwergewicht auf Kornanbau, später auf der Viehzucht. In den Siebzigerjahren übernahmen Frauke Richardsen (geb. Hamkens) und Jürgen Richardsen in der neunten Generation den Hof. Sie bauten den alten Stall zu Ferienwohnungen um und leiteten damit die neue Geschichte des Hamkenshofs als Ferien-, Freizeit- und Erlebnishof ein. Sohn Jan-Peter Richardsen übernahm und führte das Anwesen weiter.

Einen Teil der Familiengeschichte wurde auch von Frauke Richardsen aufgeschrieben. 

Die Eiderstedter Haubarge

Die Geschichte geht auf die Holländer zurück, die meist aus Glaubensgründen nach Eiderstedt und Stapelholm kamen und hier ihre handwerklichen Fähigkeiten einsetzten. Auch der Haubarg erhielt so ab 1600 eine große Bedeutung und wurde letztlich zum Wahrzeichen der Halbinsel. Oft wurde an ein hier übliches Langhaus eine große Scheune mit einem sehr spitzen und hohen Dach angebaut. Der Name „Haubarg“ kommt von „Heu bergen“. Die meist wohlhabenden Eiderstedter Bauern brauchten Platz für das Getreide, so wurde es im Haubarg gestapelt und im Winter auf der Tenne gedroschen. Rundherum gab es Zimmer für den Großbauern, sorgfältig getrennt vom Gesinde, und Ställe für das Vieh.

Widerstandsfähig gegen die Naturgewalten musste der Haubarg ebenfalls sein, daher wurde der Kern des Hauses auf Ständern angelegt. Dafür wurde das harte Eichenholz (später nordische, robuste Kiefer) genommen. Sollten Sturm und Wasser bei einem Unwetter das Mauerwerk wegdrücken, hielt durch die Ständerkonstruktion wenigstens noch das Dach. Der Naturstoff Reet, mit dem die hohen Dächer eingedeckt sind, sorgte und sorgt noch heute im Winter für eine angenehmere Wärme im Haus und in heißen Sommern für Kühlung.

Naturschutz 

Die Familie Hamkens setzte sich seit jeher für artgerechte Haltung ihrer Tiere und für eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Diese Tradition wird auch von der elften Generation hochgehalten. Sie haben sich  dem freiwilligen Naturschutz in der Landwirtschaft verschrieben. Im „Vertragsnaturschutz“ des Landes Schleswig-Holstein verpflichten sich teilnehmende Betriebe wie der Hamkenshof zu aktivem Arten- und Brutvogelschutz, der Erhaltung der Artenvielfalt und zur Extensivierung. Das bedeutet unter anderem, dass die Weiden spät gemäht und Ackerflächen weniger gedüngt werden oder auch weniger Vieh die Grasflächen nutzt. Gut für Wildtiere, Insekten und Vögel, die so mehr Nist-, Brut-, Schutz- und Rückzugsflächen erhalten.